Die Blase stärken? Ja klar!   

Was Sie mit einem Trink- und Blasentraining erreichen

Wenn sich eine Blasenschwäche, überaktive Blase (Reizblase) oder Schwäche der Blasenschliessmuskeln durch Symptome bemerkbar macht: Unterstützen Sie Ihren Körper mit einem Trink- und Blasentraining! Auch wenn es aus Scham oder Angst vor unkontrolliertem Urinabgang verlockender ist, die Trinkmenge zu reduzieren oder häufiger aufs WC zu gehen – tun Sie es bitte nicht. Denn Sie erreichen damit höchstens das Gegenteil: Die Blase schrumpft, die Schliessmuskeln erschlaffen noch mehr und die Beschwerden verstärken sich weiter.


Blasen- und Trinktraining für bessere Urin-Kontrolle (Urotherapie)

Das Blasentraining hilft jeder Person, die von einer Reizblase oder einer anderen Blasenschwäche bzw. Blasenfunktionsstörung betroffen ist. Sprechen Sie auch mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin. Sie werden Sie bestimmt für das Einhalten des Trainings unterstützen.


Blasen- und Trinktraining - Ihr Tagebuch

In einem persönlichen Tagebuch notieren Sie

  • die Trinkmenge,
  • die Toilettengänge und
  • wie viel Urin jeweils abgeht.

 

Zum Toilettenplan gehören die folgenden Punkte:
 

  • Gewöhnen Sie sich feste Zeiten an, an denen Sie regelmässig zur Toilette gehen. Diese Regelmässigkeit hilft, die Blase zu «erziehen».
     
  • Gehen Sie nicht sofort beim Harndrang zur Toilette. Warten Sie etwas ab, oft beruhigt sich der Impuls bereits nach wenigen Minuten. Gehen Sie stets ruhig und langsam zum WC – nicht rennen.
     
  • Vorbeugende Toilettengänge streichen. Das tönt hart, aber: Nur so gewöhnt sich Ihre Blase (wieder) daran, mit dem Dehnungsreiz fertig zu werden und der Trainingseffekt kann wirken.
     
  • Dehnen Sie die Zeitabstände zwischen den WC-Gängen stetig etwas aus. Beginnen Sie mit 5 Minuten Aushalten, dann 10 Minuten ... und geben Sie Ihrem Körper die Haltekraft zurück.


Trinktraining

Auch das Trinkverhalten ist wichtig und gehört dazu. Und auch hier kann ein Trinkplan Klarheit und Kontrolle schenken. Folgendes ist wichtig:
 

  • 2 Liter trinken gilt als Faustregel.
     
  • Trinken Sie vor oder zu jeder Mahlzeit (1 bis 2 Gläser vor dem Essen ist sehr empfehlenswert).
     
  • Ab 2 Stunden vor dem Schlafen sollten Sie das Trinken einstellen/verringern. So haben Sie eine ruhigere Nacht.
     
  • Harntreibende Getränke und Kräutertees sind kontraproduktiv. Dazu gehören Kaffee, Tee (schwarz und grün), Alkohol und z. B. Blasen-, Nieren- oder Brennessel-Tee.
     

Besprechen Sie Ihr Vorgehen mit dem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin und lassen Sie sich von Fachpersonen beraten.